Die Vereinsfahne - Heimatverein Darfeld

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Die Vereinsfahne

In 590 Stunden einen Traum verwirklicht:

Prächtige Fahne gestickt!
Als wir 1993 in Paderborn unsere Silbermedaille abgeholt haben, da habe ich eine Fahne des Heimatvereins vermisst", erinnert sich Helga Volmer.Des Rätseln einfache Lösung: Es gab bis dato keine! Das, so war sich die Darfelderin sicher, musste sich ändern. Gesagt, getan: Seit 1995 darf sich der Heimatverein als stolzer Besitzer einer eigenen Fahne fühlen - handgestickt, versteht sich. Nicht zuletzt aufgrund der 590 Arbeitsstunden, die das Prachtstück in Anspruch genommen hat, versichert Helga Volmer: "Ich kann jetzt verstehen, warum häufig Künstler bei Ausstellungen in unserem Bahnhof ihre Werke als unverkäuflich bezeichnen - da hängen so viele Gedanken dran.
Der Entschluss war also gefallen, nur: Wie soll so eine Fahne angefertigt werden?" Durch Zufall habe ich dann über das Kloster Hamicolt in Rorup gelesen, dass dort an und mit Fahnen gearbeitet wird", erklärt Helga Volmer.  Die Verbindung war schnell geknüpft, Vorzeichnungen wurden entworfen, sogar einen großen Sticktisch bekam die Darfelderin vom Kloster geliehen - mit einem normalen Stickrahmen wäre ein solches Projekt gar nicht zu bewältigen gewesen.  Helga Volmer: "Ohnehin war das alles nur durch die freundliche Unterstützung des Klosters möglich." Auch zum guten Abschluss wehte die Fahne noch zwei Wochen in Hamicolt, schließlich mussten die beiden Flächen fachmännisch mit Baumwollfutter versehen und zusammengenäht werden. Am Anfang waren es also lediglich zwei große Stücke Diagonalseide in der Farbe "Mais", aus der die Heimatvereins-Fahne entstehen sollte.  

Die Motivauswahl für die beiden Seiten fiel Helga Volmer freilich nicht schwer: "Auf der einen Seite musste unbedingt das Rosendahler Wappen und der Vereinsname mit den Jahrszahlen- 1984 für das Gründungsjahr und 1995 für das Entstehungsjahr der Fahne.“ Allerdings seien dann die Ecken noch „zu kahl“ gewesen. Folglich endstand die Idee mit den Kastanienblüten: „Die Kastanie steht auch in den alten Schützenbüchern von Darfeld und gehört somit zur Geschichte des Ortes." Und was hätte als Motiv für die andere Seite schon eher auf der Hand gelegen als das Heimathaus? Das, blickt die „Hobbykünstlerin" zurück, sei die größte Arbeit gewesen. Denn schließlich beschränkte sie sich nicht
nur auf den Bahnhof Darfeld selbst, auch Schienen und Sträucher stickte sie mit viel Liebe zum Detail in die Seide. Eine unglaubliche Feinarbeit: Da steht selbst der Fenstersims hervor, im Baum sind einzelne Blätter zu erkennen ‑ das Motiv wirkt fast dreidimensional.Allein neun verschiedene Stickarten machen die Fahne zu einem wahren Meisterwerk, so zum Beispiel der Spaltstich, Vorstich, Stilstich, Flachstich, Spannstich, Knötchenstich, Anlegearbeit und Paketchenstich. „Der Hauptstich war jedoch die Nadelmalerei ‑ die älteste Stickart überhaupt", so Helga Volmer. Zusätzlich ist auf der Seite mit dem Bahnhof der Spruch' „Gott die Ehre - den Menschen die Liebe - der Heimat den Segen" zu lesen. Diese Zeile habe ihr, die ohnehin Sprüche und Gedichte sammle, besonders gut gefallen und passe hier auch hervorragend.
So waren es am Ende 590 Arbeitsstunden, die vom Traum bis zur Fertigstellung des Prachtstücks angefallen sind, 242 Stunden für die Wappenseite und gar 348 Stunden für die Seite mit dem Heimathaus. Die Zeit fiel nicht nur am Sticktisch an: „Ich bin beispielsweise mehrfach am Bahnhof gewesen und habe dabei die Farben mitgenommen um vergleichen zu können, welche Farbe für die jeweiligen Gebäudeteile am besten passen." Da sei es schon eine große Hilfe gewesen, dass ihre Schwägerin Maria Lindenbaum ihr einmal wöchentlich einen Besuch abgestattet und stets mitgeholfen habe.

Viel Arbeit, aber es ist geschafft!

Klar, dass dieses kostbare Einzelstück eine besondere Würdigung erfahren sollte. Eine Fahnenstange und eine schöne Spitze hatte der Heimatverein bereits angeschafft, auch eine Schutzhülle kam noch um den Stoff. Selbstverständlich sollte das gute Stück auch gesegnet werden: „Am 24. September feierten wir eine plattdeutsche Messe mit Pastor Holtkamp aus Billerbeck", berichtet der Heimatvereins- Vorsitzende Werner Garwers, der auf die Arbeit Helga Volmers verständlicherweise außerordentlich stolz war. „Dabei wurde die Fahne dann gesegnet."Anschließend fand eine Feierstunde im Bahnhof statt.

Im Heimat‑ und Bürgerhaus wird das handgestickte Prachtstück auch aufbewahrt, und zwar im Durchgang zum Wartesaal. Ihren ersten offiziellen „Auftritt" hatte die neue Fahne beim Landeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden", bei dem der Kommission somit eine weitere beeindruckende Darfelder Attraktion präsentiert werden konnte.
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